„Die WM sollte für alle sein“, sagte Rachid Azzouzi, Geschäftsführer Sport der Alemannia Aachen, auf unserem Podium. Ein Satz, der den Kern des Abends treffend zusammenfasste – und zugleich den Ausgangspunkt für einen Abend bildete, an dem weit mehr als nur Fußball im Mittelpunkt stand. Unter dem Titel „Sommermärchen 2026? Die WM in den USA zwischen Zusammenhalt und Polarisierung“ veranstalteten wir als Hochschulgruppe für Sicherheitspolitik Aachen gemeinsam mit dem Institut für Politische Wissenschaft der RWTH Aachen unsere erste Podiumsdiskussion.
Rund 70 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung in das Hauptgebäude der RWTH und diskutierten gemeinsam mit Gästen aus Wissenschaft, Journalismus und Profifußball über die politischen und gesellschaftlichen Dimensionen der FIFA-Weltmeisterschaft 2026.
Den Auftakt gestaltete Prof. Torsten H. Voigt, der in einem Impulsvortrag die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs als Integrations- und Konfliktraum einordnete. Er zeigte auf, weshalb gerade Sportgroßereignisse immer wieder Hoffnungen auf gesellschaftlichen Zusammenhalt wecken – zugleich aber auch bestehende Konflikte sichtbar machen.
Im anschließenden Panel diskutierten Rachid Azzouzi, Prof. Ralph Rotte, Felix Michaelis sowie Moderatorin Prof. Sabrina Schmitz-Zerres über die vielfältigen politischen Dimensionen der WM 2026. Im Mittelpunkt standen Fragen nach der zunehmenden Kommerzialisierung des internationalen Fußballs, der Rolle der FIFA, gesellschaftlicher Polarisierung sowie dem Spannungsverhältnis zwischen wirtschaftlichen Interessen und der Idee eines Sports, der Menschen unabhängig von Herkunft, Kultur oder sozialem Hintergrund verbinden soll.
Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Perspektiven auf dieselben Entwicklungen ausfallen können. Während Rachid Azzouzi aus seinen Erfahrungen als ehemaliger WM-Spieler und heutiger Sportgeschäftsführer berichtete, ordneten Ralph Rotte und Felix Michaelis die Entwicklungen aus politikwissenschaftlicher und journalistischer Sicht ein. Immer wieder entstand daraus ein lebendiger Austausch, der auch das Publikum zum Nachdenken anregte.
Die Diskussion hat gezeigt, dass die WM 2026 weit mehr ist als ein sportliches Großereignis. Sie wirft Fragen nach Zusammenhalt, Kommerzialisierung und gesellschaftlicher Verantwortung auf – und macht deutlich, wie eng Fußball und Politik miteinander verwoben sind.
Unser herzlicher Dank gilt allen Referentinnen und Referenten, dem Institut für Politische Wissenschaft der RWTH Aachen für die Zusammenarbeit sowie allen Besucherinnen und Besuchern, die den Abend durch ihre Fragen und Beiträge bereichert haben.
Dank der technischen Unterstützung der RWTH konnten wir die Veranstaltung aufzeichnen. Die Audioaufnahme werden wir in den kommenden Tagen veröffentlichen und freuen uns, den spannenden Austausch so auch über die Veranstaltung hinaus zugänglich machen zu können.



